Reduktion: Hier und jetzt.

Twitter und Instagram habe ich abgeschaltet. Instagram war eh nur eine Spielerei, aber Twitter hat sich in den letzten Monaten von einem belanglosen Grundrauschen zu einer extrem nervtötenden Umgebung entwickelt. Ein Kuriositätenkabinett aus emotional und hormonell vollkommen unausgeglichenen Menschen, welche versuchen entspannt, intellektuell, witzig, sexy, interessant und ausgeglichen rüberzukommen, aber in 99,9% aller Fälle grandios scheitern. Aber da 99,9% aller Follower genau so drauf sind, wird es zum Glück nicht bemerkt. Dass man es zu einem solch hohen Prozentsatz mit vollkommen Merkbefreiten zu tun hat, bedeutet für das allgemeine Niveau und den Tiefgang ein erfreulich seichtes Gewässer, in welchem es sich zwar bei angenehmen Temperaturen ganz gut planschen lässt, wirklicher Nutzen, Mehrwert oder auch nur Tiefgang allerdings nicht entstehen lässt.
Daher auch an dieser Stelle mein sicherlich so gut wie ungehörter guter Rat an alle Menschen dort, denen es wirklich dreckig geht: Hört auf euer Herz dort auszuschütten. Was oberflächlich wie eine gute Idee aussieht, weil man immer jemanden zum Reden hat und viele Leute zuhören, ist bei näherer Betrachtung eigentlich nur eine weitere Art von Selbstbetrug. Schaut man einmal genauer hin, dann dreht sich die Welt bei sehr sehr vielen Menschen dort nur um eine einzige Person, nämlich sich selbst. Und im Zweifelsfall steht ihr dann mit heruntergelassener Emotionshose da und habt nichts davon. Holt euch bitte echten und professionellen Rat und Hilfe! Das meine ich nicht böse sondern ehrlich und mitfühlend. Ein paar DMs, Retweets und Favs streicheln vielleicht kurzfristig die Seele....aber mal ehrlich...kann und soll DAS die Lösung sein?!
Goodbye Für mich ist es das jedenfalls nicht. Abgesehen davon habe ich auch meine Emotionen und Gedanken dort niemals derartig zur Schau gestellt, wie es heutzutage en vogue zu sein scheint. Damals™, als ich im März 2008 meinen Twitter Account angelegt habe, war es deutlich weniger und sehr viel erträglicher. Man hat sich noch ernsthaft miteinander auseinandergesetzt und ist auf die Worte seines virtuellen Gegenübers noch eingegangen. Sowohl inhaltlich als auch emotional. Vielleicht liegt das Problem aber auch in der stetig wachsenden Zahl an Followern die man haben muss um das digitale Ego einigermaßen befriedigen zu können, begründet. 100 Menschen kann man individuell deutlich näher sein als 1000.
Ich für meinen Teil habe mich jetzt davon verabschiedet und wer mir jetzt "nahe" sein und sich ernsthaft mit mir beschäftigen und auseinandersetzen möchte, der sei herzlich willkommen dies zu tun. Aber nicht mehr dort. Ich habe mir einen anderen Account zugelegt, welchen ich ausschließlich als Newsfeed für mich (Input) und als Verbreitungskanal von Blogposts (Output) nutzen werde.

Zu mir was mir gehört.

Wer sich in Zukunft dafür interessiert wie es mir geht, was ich so treibe, was ich schreibe und teile, der sollte hier auf diese Seite schauen. Was früher bei Instagram oder Twitter gelandet ist, wird ab sofort nur noch hier zu finden sein. Inspiriert wurde ich dabei unter anderem auch von dem Reclaim.fm Projekt von Sascha Lobo, in welchem es darum geht, die Dinge die man täglich in den verschiedenen sozialen Netzwerken teilt, favt und verbreitet, an einem Ort zusammenzutragen. Im Fall von Reclaim.fm ist es das eigene Wordpress Blog. Denn nur an einem Ort, der zu 100% mir selbst gehört, ist der Content sicher und sinnvoll aufgehoben. Nämlich bei der Person, die ihn erstellt und geteilt hat.
Diese Idee war auch mein Grundgedanke, allerdings gehe ich noch einen Schritt weiter. Alle Inhalte werden hier erstellt und veröffentlicht, und dann verteilt. Diskussionen und Kommentare sind willkommen, werden in den sozialen Netzwerken aber wahrscheinlich nur lesend zur Kenntnis genommen werden. Wer sich, und hier schließt sich der Kreis, ernsthaft für mich bzw. das was ich zu sagen habe interessiert, der ist herzlich eingeladen dies hier in den Kommentaren zu tun. Ja, ich weiß, dies ist ein Extra-Schritt den diese Person dann tun muss. Aber mal ehrlich, wem dies schon zu viel ist, dessen Interesse kann auch unmöglich derartig groß sein, als dass es Wert ist darauf Rücksicht zu nehmen. Und sollte dies jetzt dazu führen, dass ich weder Leser noch Kommentare bekomme....dann sei es halt so. Für mich hat dieses Blog eh fast ausschließlich die Funktion eines Tagebuchs, mit dessen Hilfe ich mich auch noch in einigen Jahren erinnern kann, was mir einmal wichtig gewesen ist. Aber ich freue mich über jeden Menschen, der mich hier ab und an besucht. :)

Jan

(English version will follow soon.)

Jan

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Krefeld, Germany http://spuren-von-leben.de

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