Über's Schreiben schreiben.

Wo fängt man an? Was möchte man sagen? Erzählen. In welcher Form? Einfache Verse? Lyrik? Poesie? Kurzgeschichten? Prosa? Einen Roman? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich habe eine Kiste mit alten, gebrannten CDs aufgetrieben. Daten-CDs. Darauf habe ich alte Texte von mir gefunden. Songtexte, die ich früher für die Band geschrieben hatte. Fragmente, Ideen und fertige Songs. Ich hatte viel vor. Und viel zu wenig je zu Ende gebracht. Aber irgendwie hat sich in mir in der letzten Zeit immer stärker das Gefühl manifestiert, meine Gedanken in Worte fassen und festhalten zu müssen. Dadurch sind sie aus meinem Kopf herausgelöst und existieren trotzdem weiter. Können angesehen, noch einmal gedacht, miterlebt und auch verändert werden. Joanne K. Rowling hat dafür den Begriff "Denkarium" erschaffen. Allerdings bin ich nur bedingt Fan einer Granitschale voller Wasser, in welches ich Quecksilber tropfen lasse. Ich habe zwar noch keine Ahnung, wie sich die Worte aus meinen Gedanken manifestieren werden, aber ich will mich auch nicht einschränken. Ich werde einiges ausprobieren, vieles sein lassen, noch mehr beginnen und nur weniges fertigstellen. Aber wenig ist immer noch besser als nichts, und irgendwann muss jeder einmal einen Anfang machen. Ich denke nicht, dass dies Blog die richtige Plattform ist, um längere Texte zu verbreiten. Ich weiß, ich schreibe gerne viel, bediene mich dabei komplexeren Satzstrukturen und interessiere mich nur bedingt dafür, was die Menschen, welche mein Blog lesen, darüber denken. Ich schreibe für mich, und niemand anderen (freue mich aber natürlich über jeden Leser!). Aber einen Roman in epischer Breite und Länge möchte ich dann doch eher einer anderen Veröffentlichungsform zuführen. Daher wird es hier ab und an Auszüge, Skizzen, Ideen oder generelle Kommentare über den Fortschritt des Projekts geben. Mehr aber auch nicht. Veröffentlicht wird auch erst dann etwas, wenn ich es als abgeschlossen und in sich stimmig erachte. Was angesichts der Tatsache dass ich ein verdammter Perfektionist bin, zugegebenermaßen etwas dauern könnte. ;) Um all diese Thematiken und Probleme anzugehen, werden sicherlich auch einiges methodische Fingerübungen vonnöten sein. Wie ordne ich Gedanken? Wie trenne ich wichtiges von Unwichtigem? Wie setze ich Schwer- und Reizpunkte? Welcher Sprache bedient man sich am Besten, um die Geschichte zu transportieren? Lieber ein auktorialer, personaler oder ein Ich-Erzähler? Greife ich bereits während der ersten Entwürfe korrigierend ein und berichtige Form und Inhalt? Oder warte ich bis die Geschichte abgeschlossen ist, und unterziehe sie dann einer Revision? Auf all diese Fragen habe ich noch keine Antwort gefunden. Aber ich bin gespannt, wie lange es dauern wird bis ich sie habe, und welcher Gestalt diese Lösungen dann sein werden. Ich halte euch auf dem Laufenden. :)

Jan

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Krefeld, Germany http://spuren-von-leben.de

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